Dekan Müller zum Oberkirchenrat gewählt

Der Germersheimer Dekan Claus Müller hat sich im dritten Wahlgang gegen Paul Metzger durchgesetzt. Er wird Nachfolger von Oberkirchenrätin Dorothee Wüst, die im Frühjahr 2021 ihr Amt als Kirchenpräsidentin antritt.

Foto: LK/View

Foto: LK/View

Kaiserslautern (lk). Claus Müller, Dekan im Kirchenbezirk Germersheim, ist von der in Kaiserslautern tagenden Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz zum geistlichen Oberkirchenrat gewählt worden. Von 64 abgegebenen Stimmen entfielen auf den 50-Jährigen 36 Ja-Stimmen. Müller setzte sich damit im dritten Wahlgang gegen Paul Metzger (26 Stimmen) durch. Es gab zwei Stimmenthaltungen. Müller wird Nachfolger von Oberkirchenrätin Dorothee Wüst, die im Frühjahr 2021 ihr Amt als Kirchenpräsidentin antritt. Der dritte Kandidat, Dieter Hofmann, war im zweiten Wahlgang ausgeschieden.

In seiner Vorstellungsrede war der Germersheimer Dekan überzeugt davon, „dass der Frage der Bildung für die Zukunft der protestantischen Kirche eine zentrale Rolle zukommt“. Die Situation der vergangenen Monate habe Herausforderungen noch sichtbarer gemacht. Aber auch Ressourcen, über die „wir als Kirche“ verfügen, hätten sich deutlicher gezeigt. „Wir können unter veränderten Rahmenbedingungen Glauben neu ins Gespräch bringen und Kirche für die Menschen im 21. Jahrhundert gestalten“, gibt sich der promovierte Theologe zuversichtlich. „Dazu müssen wir jedoch unsere Ressourcen neu erschließen und unsere Strukturen, in denen und durch die wir Glauben teilen, weitergeben und reformieren.“

Erreichen will Müller diese Ziele durch die aktive Mitarbeit an einem Zukunftskonzept für die Evangelische Kirche der Pfalz insgesamt, wie aber auch durch die Entwicklung eines profilierten protestantischen Bildungskonzepts im Speziellen. Dabei will er bisherige Erfahrungen mit Zukunftsvisionen verbinden.

Für die Zukunft braucht es Teamarbeit

Kirchliche Arbeit könne laut Müller in Zukunft nur im Team gelingen. Das Miteinander zwischen verschiedenen Professionen, Haupt- und Ehrenamtlichen und an verschiedenen Orten zu stärken, sei ihm ein wichtiges Anliegen. Das gelte auch besonders für den Religionsunterricht, bei dem er ökumenische Verbindungen und Kontakte zu den staatlichen Religionslehrkräften in den Schulen ausbauen möchte. Ebenso im Bereich der Erwachsenenbildung sei mehr Kooperation ein Gewinn. „Dazu müssen wir uns aber auf allen Ebenen besser vernetzen – nicht nur in digitaler Hinsicht. Statt einzelner Leuchttürme wünsche ich mir ein buntes Lichternetz, in dem die einzelnen Profile und Stärken erhalten bleiben und sich gegenseitig bereichern.“

Claus Müller war Pfarrer an der Gedächtniskirche der Protestation in Speyer. Er unterrichtete am Gymnasium wie auch an Hochschulen und konnte Erfahrungen als Prüfer im Zweiten Theologischen Examen sammeln. Müller ist verheiratet und hat drei Kinder. In der Nachfolge von Dorothee Wüst ist er zukünftig als Dezernent für die Bereiche Schule und Bildung, Frieden und Umwelt, Kunstangelegenheiten sowie die Theologiestudierenden zuständig. Als Gebietsdezernent sind ihm nach derzeitiger Aufteilung die Kirchenbezirke Homburg, Kaiserslautern, Kusel, Pirmasens und Zweibrücken zugeordnet. Mit Müllers Wahl werden dem Leitungsgremium der Landeskirche drei Oberkirchenrätinnen, zwei Oberkirchenräte und die Kirchenpräsidentin angehören.

Hintergrund Oberkirchenräte: Oberkirchenräte werden in der pfälzischen Landeskirche auf die Dauer von sieben Jahren gewählt, Wiederwahlen sind möglich. Sie leiten die einzelnen Dezernate des Landeskirchenrates, der obersten Behörde der Landeskirche. Den Vorsitz im Kollegium führt der Kirchenpräsident oder die Kirchenpräsidentin.

Hintergrund Landessynode: Die Landessynode ist als kirchliche Volksvertretung die Inhaberin der Kirchengewalt. Sie trifft wesentliche Entscheidungen in den geistlichen, rechtlichen und finanziellen Bereichen der Landeskirche. Ihre Amtszeit beträgt sechs Jahre. Der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz gehören 70 Synodale an – 45 weltliche und 25 geistliche. Acht der 70 Mitglieder sind berufen, davon zwei als Jugendvertreter. Synodalpräsident ist der Kaiserslauterer Jurist Hermann Lorenz. Dem Präsidium gehören außerdem der Dekan des Kirchenbezirks An Alsenz und Lauter, Matthias Schwarz, als erster Vizepräsident und Ministerialrat Joachim Schäfer aus Carlsberg als zweiter Vizepräsident sowie Rommi Keller-Hilgert und Daniela Freyer als Beisitzerinnen an.

Mit den Kirchenwahlen am 1. Advent werden die zukünftigen Presbyterien gewählt. In der Folge setzen sich 2021 auch die Bezirkssynoden und die Landessynode neu zusammen.