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Zuversicht – 7 Wochen ohne Pessimismus

Das diesjährige Fasten-Motto der EKD passt erschreckend gut in die Zeit.

Wie gut konnte sicher keine/r der Intiator*innen ahnen.

Mit heute sind es noch genau 13 Tage bis zum Ende der Fastenzeit und doch vermittelt einem die Krisenstimmung den Eindruck als würde die Passionszeit in diesem Jahr nicht mit dem Ostersonntag enden. Es ist nicht ganz leicht, optimistisch zu bleiben, wenn alles, worauf man sich in naher Zukunft gefreut hatte, was man sich vorgenommen, was man geplant hatte, plötzlich nicht mehr möglich ist.

Karfreitags-Stimmung macht sich breit – Schrecken, Angst, Trauer, Ohnmacht, Einsamkeit, Hilf- und Hoffnungslosigkeit … Aber auch Ärger, Wut und Trotz …

Mein Trost in dieser Stimmungslage ist zu wissen, dass da ein Gott ist, der all diese Gefühle und Stimmungen kennt, der sie teilt und aushalten kann, wenn wir sie ihm zumuten – und das können und dürfen wir. Klage und Anklage sind erlaubt! Machen wir unseren Gefühlen Luft, lassen wir den Frust und den Ärger nicht die Oberhand gewinnen – geben wir sie ab! An Gott. Er hört zu! Immer und überall! Und er hat seine ganz eigenen Wege uns wieder aufzurichten und Zuversicht zu schenken …

Gott hilft uns nicht immer am Leiden vorbei, aber er hilft uns hindurch.(J.A. Bengel)

Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsere Zuversicht. Worte aus Psalm 62

D aran glaube ich ganz fest! Das ist für mich die Botschaft der Passionszeit – auch wenn sie in diesem Jahr mehr als 7 Wochen dauert. Aber egal wie lange die Corona-Passion dauert – auf Karfreitag folgt Ostern – immer! Und auf Corona wird ein Neubeginn, ein Aufbruch, eine Auferstehung folgen. Da bin ich ganz zuversichtlich!

 

Melanie Dietrich, 38 Jahre, Pfarrerin in Germersheim

Tägliches Brot

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

seit vielen Tagen leben wir nun schon im Ausnahmezustand. Die Schulen und Kitas sind geschlossen, viele arbeiten im Homeoffice und nur noch die Einrichtungen und Geschäfte sind offen, die für die absolute Grundversorgung nötig sind. Unser Leben ist anders geworden. Wir haben Abstand gewonnen von unserem gewohnten Alltag. Das ist eine Herausforderung, weil so vieles eben nicht mehr selbstverständlich ist.

Darin liegt aber auch eine besondere Chance und Verheißung. Mit Abstand sieht man besser. Der Terminkalender ist leer gefegt, plötzlich ist Zeit da. Der Blick wird frei auf das Wesentliche.

Was ist das eigentlich: Das Wesentliche? Das, was ich dringend zum Leben brauche. Mein tägliches Brot. Das, wovon mein Körper und meine Seele leben. Das, worauf ich wirklich angewiesen bin, um gut leben zu können.

Was hat mir heute so gut getan wie ein leckeres Essen? Was war mein tägliches Brot? Die Antwort darauf kann ganz unterschiedlich ausfallen. Vielleicht ist es heute das Telefonat mit einer Freundin oder den Enkelkindern, der Duft einer Hyazinthe, das funktionierende WLAN, das ausgelassene Spiel mit den Kindern, oder die innere Ruhe beim Gebet.

Als Christen glauben wir daran, dass all das nicht selbstverständlich ist. Gott schenkt uns alles, was wir zum Leben brauchen. Jeden Tag neu. „Unser tägliches Brot gib uns heute“, beten wir deshalb mit den Worten Jesu im Vaterunser. Und vertrauen darauf, dass Gott uns die Hände füllt.

Anita B. Meyer, 46 Jahre, Pfarrerin der Prot. Kirchengemeinde Sondernheim

Von guten Mächten wunderbar geborgen

aus der Reihe: Heute mal eine FROHE BOTSCHAFT aus Germersheim

Mittwoch, 25.3.20

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

geborgen sein, sich sicher fühlen, das fällt unter den gegebenen Umständen immer schwerer. Die erschreckenden Bilder aus Italien, die wir die Tage alle sehen, die Unsicherheit, was das Virus im unserem Land noch alles bringt, macht es fast unmöglich sich sicher zu fühlen. Wir haben Angst um unsere älteren und schwächeren Familienmitglieder und Freunde, vielleicht auch um uns selbst.

In dieser unsicheren Situation schlage ich das Gesangbuch auf und lese die erste Zeile des Kehrvers von Dietrich Bonhoeffers bekanntem Kirchenlied „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag“ und denke bei mir: der hat gut reden! Wenn ich an das denke, was vielleicht noch kommt, dann wird mir eher Angst und Bange. Große Ängste und Verzweiflung kannte der Kirchenmann aber sicherlich auch. Er schreibt diese Zeilen 1944 als Gedicht an seine Verlobe, eingekerkert im Konzentrationslager Flossenbürg in der Erwartung seiner Hinrichtung. Sein Gottvertrauen beeindruckt mich. Fast gelassen hören sich seine Zeilen an. Sein Glaube ist so fest, dass er in dieser ausweglosen Situation noch an die guten Mächte, an Gottes Dasein glauben kann. Dietrich Bonhoeffer erwartet kein Wunder. Er weiß, sein Vertrauen in Gott wird ihn nicht vor dem Tod schützen, aber sein fester Glaube lässt ihn gelassen auf das, was kommend wird schauen.

Sein Gottvertrauen nehme ich mir heute als Vorbild. Ich will darauf vertrauen, dass Gott gerade in der Krise mit mir geht „am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“.

Irina Manck
38 Jahre, seit 2015 Pastoralreferentin in der Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini Germersheim

 
 

"Meine Augen sehen stets auf den Herrn" (Psalm 25)

,,Meine Augen sehen stets auf den Herrn",dieses Wort aus Psalm 25 hat dem vergangenen Sonntag Okuli seinen Namen gegeben. Wie trostvoll ist dieser Blick, da wir vor Gott den Schrecken und das Leid, die Angst und die Ratlosigkeit beklagen, die das Coronavirus in unserer unmittelbaren Nähe und auf der ganzen Erde verbreitet. Die Gewissheit, die uns dabei leitet, besteht in dem Zuspruch, mit dem der Psalm dieser Woche beginnt:

,, Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien "

(Psalm 34, 16).

Gott hat ein Auge auf uns. Er will, dass wir leben. Deshalb gehen auch wir achtsam miteinander um. Wir schützen uns und andere, um das Infektionsrisiko zu minimieren, damit vor allem den Älteren und Schwächeren unter uns bzw. den Menschen, die bereits infiziert sind, die notwendige medizinische Versorgung zuteil werden kann.

Aus diesem Grund ist nun - entsprechend der staatlichen Vorgaben - die Versammlung zum Gottesdienst in unseren Kirchen untersagt. Umso dankbarer bin ich für die vielen innovativen Alternativen, die diesbezüglich in den letzten Tagen in unseren Kirchengemeinden und Kirchenbezirken entwickelt worden sind. Mich beeindrucken diese kreativen Verkündigungs- formate und Digitalangebote, die jetzt noch viel notwendiger sind und häufiger genutzt werden. Vielen Dank dafür! Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Ideen, Impulse und Initiativen mit anderen Gemeinden teilen und an intranet-redaktion@evkirchepfalz.de schicken. Im Intranet stehen sie dann unter ,,MITteilen: Ideen.Impulse.Initiativen" allen zur Verfügung.

Ein vernehmbares Zeichen, dass wir trotz Abstand als christliche Gemeinde miteinander verbunden sind und verbunden bleiben, ist das Läuten unserer Glocken. Sie sollen zu den Gebetszeiten an Werktagen und zu den Gottesdienstzeiten an Sonn- und Feiertagen weiter erklingen. Sie laden uns ein, dort, wo wir gerade sind, gemeinsam innezuhalten, still zu werden und unser Gebet vor Gott zu bringen. Der öffentliche Ruf der Glocken macht hörbar, dass wir auch und gerade in der gegenwärtigen Krisensituation eine große, grenzüberschreitende Gebetsgemeinschaft sind, die daraus Kraft und Hoffnung schöpft.

Im Blick auf den kommenden Samstag, den 21. März, bitte ich Sie, um 18 Uhr zehn Minuten lang die Glocken Ihrer Kirche(n) läuten zu lassen. Vom Bischöflichen Ordinariat ergeht derzeit eine entsprechende Empfehlung, so dass an diesem Abend landeskirchen- und bistumsweit zum Fürbittgebet eingeladen wird. Bischof Dr. Wiesemann und ich werden zusammen in der Kapelle unseres Butenschoen-Hauses in Landau eine Fürbittandacht halten. An ihr kann sich über Livestream auf der Homepage unserer Landeskirche (www .evkirchepfalz.de) jede und jeder beteiligen. Auch werden wir unseren Gebetstext rechtzeitig veröffentlichen, so dass, wer will, darauf zurückgreifen kann. Damit setzen wir ein bewusstes ökumenisches Zeichen, das deutlich macht, dass wir gerade jetzt als Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen immer mehr zusammenwachsen.

Auch diesmal sprechen wir konkrete Empfehlungen zu einzelnen kirchlichen Handlungsfeldern aus. Sie finden sie in der Anlage zu diesem Brief. Selbstverständlich werden auch diese, wenn notwendig, jeweils aktualisiert.

In diesen Tagen begleitet mich ein Gebet von Lothar Zenetti, das sich vertont auch in unserem neuen Beiheft zum Evangelischen Gesangbuch findet (Nr. 109). Ich gebe es Ihnen heute mit auf den Weg:

,,Behüte, Herr, die ich dir anbefehle, die mir verbunden sind und mir verwandt. Erhalte sie gesund an Leib und Seele und führe sie mit deiner guten Hand.

Sie alle, die mir ihr Vertrauen schenken und die mir so viel Gutes schon getan. In Liebe will ich dankbar an sie denken, o Herr, nimm dich in Güte ihrer an.

Um manchen Menschen mache ich mir Sorgen und möcht ihm helfen, doch ich kann es nicht. Ich wünschte nur, er wär bei dir geborgen und fände aus dem Dunkel in dein Licht.

Du ließest mir so viele schon begegnen, so lange ich lebe, seit ich denken kann. Ich bitte dich, du wollest alle segnen, sei mir und ihnen immer zugetan."

In diesem Sinn grüße ich Sie heute aus Speyer - und verbleibe in herzlicher Verbundenheit,
Ihr

Dr. h. c. Christian Schad